Prüfprotokoll für die Wiederholungsprüfung ortsfester elektrischer Anlagen (DIN VDE 0105-100, DGUV V3)
Ortsfeste elektrische Anlagen in Betrieben sind wiederkehrend zu prüfen. DGUV Vorschrift 3 verlangt die Prüfung, DIN VDE 0105-100 beschreibt den Ablauf: Besichtigen, Erproben, Messen. Die Vorlage ist für diese Wiederholungsprüfung einer bestehenden Anlage gemacht. Sie enthält Anlagendaten, die Checkliste für die Besichtigung, eine Stromkreisliste mit Messwerten, die RCD-Tabelle, eine Mängelliste mit Fristen und die Unterschriftenfelder. Es gibt sie als ausfüllbares PDF, als Excel-Stromkreisliste mit Grenzwertprüfung und als ausgefülltes Muster, alles ohne Anmeldung. Viele Betreiber suchen diese Prüfung unter dem Begriff „E-CHECK“. Das ist eine Marke des ZVEH, die nur Innungsbetriebe nutzen dürfen; was sie bedeutet und warum diese Vorlage kein E-CHECK-Protokoll ist, steht weiter unten auf dieser Seite.
Download, ohne Anmeldung
- Prüfprotokoll WiederholungsprüfungAnlagendaten, Besichtigung, Stromkreisliste, Messwerte, Mängelliste.
- Stromkreisliste als ExcelMesswerte je Stromkreis mit Grenzwertprüfung und Mängelspalte.
- Ausgefülltes MusterprotokollBeispiel einer Bürofläche mit einem festgestellten Mangel.
Version 1.0, Stand 22.09.2026. Nutzung im eigenen Betrieb frei; Weiterverkauf und Bearbeitung zur Weitergabe nicht (Nutzungsbedingungen).
Pflichtangaben
§ 14 Abs. 7 BetrSichV nennt vier Mindestangaben für die Aufzeichnung einer Prüfung: Art der Prüfung, Prüfumfang, Ergebnis sowie Name und Unterschrift der prüfenden Person. TRBS 1201 ergänzt Datum und Anlass. Die DGUV Information 203-072 beschreibt für Anlagen einen Prüfbericht aus Deckblatt, Prüf- und Messbericht und Kundeninformation. Die Vorlage gliedert das in fünf Blöcke.
Kopf und Anlagendaten: Protokollnummer mit Seitenzählung, Anlass (wiederkehrende Prüfung), Prüfgrundlage mit Ausgabestand, Auftraggeber und Betreiber, Objekt und Standort, Netzbetreiber, Netzform (TN-C, TN-S, TN-C-S, TT, IT), Nennspannung, Zählernummer, Vorsicherung, Verteiler mit Bezeichnung und Ort, Prüfumfang (welche Verteiler, welche Stromkreise), Vorprotokoll vorhanden, Schaltungsunterlagen aktuell.
Prüfer und Prüfgerät: Prüfbetrieb, Name und Qualifikation der Prüfperson, Datum und Uhrzeit, Prüfgerät mit Hersteller, Typ, Seriennummer, Kalibrierung gültig bis und Gerätenorm (DIN EN 61557 beziehungsweise VDE 0413). Dazu Einschränkungen des Prüfumfangs mit Begründung, etwa wenn ein Stromkreis im laufenden Betrieb nicht freigeschaltet werden konnte.
Besichtigung und Erprobung: Checkpunkte jeweils mit Ja, Nein oder entfällt. Die Liste orientiert sich an Anhang A der DGUV Information 203-072: Dokumentation und Schaltpläne, Kennzeichnung von Stromkreisen, N, PE, Sicherungen und Klemmen, Zugänglichkeit und Fluchtwege, Verschluss elektrischer Betriebsräume, Basisschutz (Abdeckungen, IP2X), erkennbarer Fehlerschutz, Erder und Potentialausgleichsleiter an der Haupterdungsschiene, angeschlossene leitfähige Rohrsysteme, Auswahl der Betriebsmittel nach Schutzart und Umgebung, Schäden, wärmeerzeugende Betriebsmittel, Brandabschottungen, Leitungsverlegung, Schutztrennung und Kleinspannung, Schutzisolierung, Überspannungsschutz, Trenn- und Schalteinrichtungen, Leiterquerschnitte zu Schutzorganen. Erprobt werden RCD-Prüftaste, Isolationsüberwachung bei IT-Systemen, Not-Aus, Schutzrelais und Verriegelungen, Rechtsdrehfeld an Drehstromsteckdosen, Melde- und Anzeigeeinrichtungen sowie die Funktion der Anlage.
Stromkreisliste und RCD-Tabelle: je Stromkreis Nummer, Verteiler, Bezeichnung und Ort, Leitungstyp, Aderzahl, Querschnitt, Überstromschutz mit Art, Charakteristik und Nennstrom, RCD-Zuordnung, Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand L–PE und N–PE, Schleifenimpedanz oder Kurzschlussstrom, Netzinnenwiderstand, Drehfeld, Bemerkung. Dokumentiert wird der entfernteste Messpunkt je Stromkreis. Die RCD-Tabelle hält Typ (AC, A, F, B, B+, A-EV), Charakteristik (allgemein, S, KV), Bemessungsdifferenzstrom, gemessenen Auslösestrom, Auslösezeit bei einfachem und fünffachem Bemessungsdifferenzstrom, Berührungsspannung und Prüftaste fest.
Ergebnis und Abschluss: bestanden, bestanden mit Hinweis oder nicht bestanden; Mängel mit Beschreibung, Schwere und Frist; Empfehlungen an den Betreiber; nächster Prüftermin; Prüfplakette angebracht; Unterschrift der Prüfperson und des Betreibers, der damit den Erhalt des Protokolls bestätigt.
Was in jedes Protokoll gehört, mit Fundstellen: Pflichtangaben nach DGUV V3.
Grenzwerte und Richtwerte
Bei einer Bestandsanlage gelten für den Isolationswiderstand nicht die Werte der Erstprüfung. Die DGUV Information 203-072 gibt in Tabelle 11 Mindestwerte in Ohm je Volt Nennspannung an, abhängig davon, ob Verbraucher angeschlossen bleiben und ob der Raum trocken oder feucht ist. Bei 230 V entsprechen 1000 Ω/V etwa 230 kΩ. Wer eine Altanlage gegen 1 MΩ bewertet, produziert Befunde, die keine sind. Alle übrigen Werte gelten wie bei der Erstprüfung.
| Messung | Grenzwert | Bedingung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Schutzleiterwiderstand R_PE (Niederohmigkeit) | kein Normgrenzwert; Praxis unter 1 Ω, innerhalb eines Anlagenteils gleichartig | Messung an jeder zugänglichen PE-Verbindung, Prüfstrom ≥ 200 mA, beide Polaritäten | DGUV Information 203-072, Abschnitt 3.4.2 |
| Isolationswiderstand R_ISO, TN/TT/FELV | ≥ 1000 Ω/V (≈ 230 kΩ bei 230 V) | ohne Verbraucher, trocken | DGUV Information 203-072, Tabelle 11 |
| Isolationswiderstand R_ISO, TN/TT/FELV | ≥ 500 Ω/V | ohne Verbraucher, feucht | DGUV Information 203-072, Tabelle 11 |
| Isolationswiderstand R_ISO, TN/TT/FELV | ≥ 300 Ω/V (≈ 69 kΩ bei 230 V) | mit Verbraucher, trocken | DGUV Information 203-072, Tabelle 11 |
| Isolationswiderstand R_ISO, TN/TT/FELV | ≥ 150 Ω/V | mit Verbraucher, feucht | DGUV Information 203-072, Tabelle 11 |
| Isolationswiderstand R_ISO, IT-System | ≥ 50 Ω/V | Wiederholungsprüfung | DGUV Information 203-072, Tabelle 11 |
| Isolationswiderstand R_ISO, SELV/PELV | ≥ 0,25 MΩ | Prüfspannung 250 V DC | DGUV Information 203-072, Tabelle 11 |
| Isolationswiderstand, Erwartungswert | ≥ 1 MΩ (Wert der Erstprüfung) als Üblichkeit, kein Grenzwert | Werte deutlich über dem Mindestwert sind zu erwarten; Messung aktive Leiter gegen PE | DGUV Information 203-072 |
| Schleifenimpedanz Zs | ≤ 2/3 · U0/Ia (bevorzugt) oder ≤ U0/Ia | Tabellen unten; entfällt in RCD-geschützten Stromkreisen | DGUV Information 203-072, Abschnitt 3.4.3.1 und Tabelle 5 |
| RCD, Auslösung | bei IΔn, bevorzugt zusätzlich bei 5 × IΔn | Auslösung ist Pflicht, Zeitangabe empfohlen | DGUV Information 203-072, Abschnitt 3.4.3.3 |
| RCD, Auslösezeit tA allgemein | ≤ 300 ms (1 × IΔn), ≤ 150 ms (2 × IΔn), ≤ 40 ms (5 × IΔn) | Typ AC, A, F, B; üblich 20–50 ms | Elektropraktiker, RCD-Auslösezeiten; DGUV Information 203-072 |
| RCD Typ S (selektiv), Auslösezeit | 130–500 ms bei 1 × IΔn | Mindestzeit: eine zu schnelle Auslösung ist ein Befund | Elektropraktiker, RCD-Auslösezeiten |
| RCD KV (kurzzeitverzögert) | wie allgemein, zuzüglich 10 ms Verzögerung | in Österreich und der Schweiz Bezeichnung „G“ | FBZ-E, RCD-Typen und deren Prüfungen |
| RCD, Auslösestrom IΔ (Rampe AC) | 0,5–1,0 × IΔn; keine Auslösung bei 0,5 × IΔn | Typ AC, A, F und AC-Anteil Typ B; Werte über 1,0 × IΔn deuten auf DC-Überlagerung oder Defekt | Elektropraktiker; Sonepar-Checkliste; Electra |
| RCD, Auslösestrom IΔ (glatter Gleichstrom) | 0,5–2,0 × IΔn | nur Typ B und B+, DC-Rampe | FBZ-E; Sonepar-Checkliste |
| Berührungsspannung U_B | ≤ 50 V AC; im TN-System üblich unter 1 V | R_PE + R_B typisch ≤ 10 Ω | DGUV Information 203-072, Tabelle 6 |
| Abschaltzeit TN-System (U0 = 230 V) | 0,4 s Endstromkreise (Steckdosen ≤ 63 A, fest angeschlossen ≤ 32 A); 5 s Verteilerstromkreise | Zs-Bewertung nach Stromkreisart | DGUV Information 203-072, Tabelle 7; DKE zu DIN VDE 0100-410:2018-10 |
| Abschaltzeit TT-System (U0 = 230 V) | 0,2 s Endstromkreise; 1 s Verteilerstromkreise | Zs-Bewertung nach Stromkreisart | DGUV Information 203-072, Tabelle 8 |
| Drehfeld | Rechtsdrehfeld | an Drehstrom-Steckvorrichtungen, auch bei der Wiederholungsprüfung | DGUV Information 203-072, Abschnitt 3.4.5.1 |
| Erdungswiderstand | keine Messung, nur Besichtigung | Messung nur bei Blitzschutzanlagen | DGUV Information 203-072, Abschnitt 3.4.5.2 |
Quellen der Tabelle: DGUV Information 203-072 (April 2021), Tabellen 5, 6, 7, 8 und 11; Elektropraktiker, „Auslösezeiten von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen“; FBZ-E, „RCD-Typen und deren Prüfungen“ (2019); Sonepar, Checkliste Ladepunkte (2022); Electra.ch, „Normgerechte RCD-Prüfung“; DKE, Erläuterungen zu DIN VDE 0100-410:2018-10. Die Tabelle nennt Zahlenwerte mit Fundstelle; Normtexte werden nicht wiedergegeben. Vollständige Links stehen unter „Quellen“.
Grenzwerte sind Richtwerte mit Fundstellenangabe; die Bewertung des Prüfergebnisses trifft die prüfende Person.
Schleifenimpedanz: Höchstwerte im TN-System (U0 = 230 V)
Die Werte gelten für Stromkreise ohne RCD als Fehlerschutz. Bewertet wird nach der 2/3-Methode: Der Messwert soll höchstens zwei Drittel des rechnerischen Höchstwerts erreichen. Das deckt Messunsicherheit und Leitererwärmung ab; ein weiterer Abzug ist nicht nötig. Viele Prüfgeräte zeigen statt Zs den Kurzschlussstrom Ik an. Beides kann eingetragen werden; U0 ergibt sich aus der Netzform.
| Nennstrom In | LS-Charakteristik B: Ia | B: Zs max | B: Zs 2/3 | LS-Charakteristik C: Ia | C: Zs max | C: Zs 2/3 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 6 A | 30 A | 7,67 Ω | 5,11 Ω | 60 A | 3,83 Ω | 2,56 Ω |
| 10 A | 50 A | 4,60 Ω | 3,07 Ω | 100 A | 2,30 Ω | 1,53 Ω |
| 13 A | 65 A | 3,54 Ω | 2,36 Ω | 130 A | 1,77 Ω | 1,18 Ω |
| 16 A | 80 A | 2,88 Ω | 1,92 Ω | 160 A | 1,44 Ω | 0,96 Ω |
| 20 A | 100 A | 2,30 Ω | 1,53 Ω | 200 A | 1,15 Ω | 0,77 Ω |
| 25 A | 125 A | 1,84 Ω | 1,23 Ω | 250 A | 0,92 Ω | 0,61 Ω |
| 32 A | 160 A | 1,44 Ω | 0,96 Ω | 320 A | 0,72 Ω | 0,48 Ω |
| 40 A | 200 A | 1,15 Ω | 0,77 Ω | 400 A | 0,58 Ω | 0,38 Ω |
| 50 A | 250 A | 0,92 Ω | 0,61 Ω | 500 A | 0,46 Ω | 0,31 Ω |
| 63 A | 315 A | 0,73 Ω | 0,49 Ω | 630 A | 0,36 Ω | 0,24 Ω |
Leitungsschutzschalter lösen magnetisch aus; die Werte gelten deshalb für 0,4 s und 5 s gleich (B: Ia = 5 × In, C: Ia = 10 × In). Bei gG-Schmelzsicherungen unterscheiden sich die Zeiten:
| gG-Sicherung In | Ia bei 0,4 s | Zs max 0,4 s | Zs 2/3 0,4 s | Ia bei 5 s | Zs max 5 s | Zs 2/3 5 s |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 6 A | 47 A | 4,89 Ω | 3,26 Ω | 27 A | 8,52 Ω | 5,68 Ω |
| 10 A | 82 A | 2,80 Ω | 1,87 Ω | 47 A | 4,89 Ω | 3,26 Ω |
| 16 A | 107 A | 2,15 Ω | 1,43 Ω | 65 A | 3,54 Ω | 2,36 Ω |
| 20 A | 145 A | 1,59 Ω | 1,06 Ω | 85 A | 2,71 Ω | 1,81 Ω |
| 25 A | 180 A | 1,28 Ω | 0,85 Ω | 110 A | 2,09 Ω | 1,39 Ω |
| 32 A | 265 A | 0,87 Ω | 0,58 Ω | 150 A | 1,53 Ω | 1,02 Ω |
| 35 A | 295 A | 0,78 Ω | 0,52 Ω | 173 A | 1,33 Ω | 0,89 Ω |
| 40 A | 310 A | 0,74 Ω | 0,49 Ω | 190 A | 1,21 Ω | 0,81 Ω |
| 50 A | 460 A | 0,50 Ω | 0,33 Ω | 260 A | 0,88 Ω | 0,59 Ω |
| 63 A | 550 A | 0,42 Ω | 0,28 Ω | 320 A | 0,72 Ω | 0,48 Ω |
Quellen der Zs-Tabellen: elektrofachkraft.de, Auszug der Tabellen NB.1 und NB.2 zu DIN VDE 0100-600 (Abschaltbedingungen TN/TT); 2/3-Werte nach DGUV Information 203-072, Tabelle 5. Im TT-System gilt Zs × Ia ≤ U0 mit den Zeiten 0,2 s und 1 s; bei RCD als Fehlerschutz ist Ia = IΔn.
Prüfablauf in sieben Schritten
- Bestandsaufnahme. Vorprotokoll, Schaltpläne, Verteilerpläne und die Gefährdungsbeurteilung des Betreibers einsehen. Prüfumfang festlegen: welche Verteiler, welche Stromkreise, was im laufenden Betrieb nicht freigeschaltet werden kann. Einschränkungen mit Begründung ins Protokoll.
- Besichtigen. Checkliste abarbeiten, Verteiler öffnen: Kennzeichnung, Abdeckungen, Klemmstellen, Erwärmungsspuren, Leiterquerschnitte zu Schutzorganen, Erder und Potentialausgleich an der Haupterdungsschiene, Zustand von Steckdosen, Leuchten und fest angeschlossenen Betriebsmitteln.
- Erproben. RCD-Prüftaste, Not-Aus, Schutzrelais, Verriegelungen, Melde- und Anzeigeeinrichtungen, Isolationsüberwachung bei IT-Systemen, Rechtsdrehfeld an Drehstromsteckdosen.
- Messen im spannungsfreien Zustand. Niederohmigkeit der Schutzleiter- und Potentialausgleichsverbindungen mit mindestens 200 mA in beiden Polaritäten; Isolationswiderstand je Stromkreis mit 500 V DC (250 V bei Überspannungsableitern und SELV/PELV). Verbraucher abklemmen, wo es geht; sonst „mit Verbraucher“ und „trocken“ oder „feucht“ eintragen, damit die Ω/V-Tabelle richtig angewendet wird.
- Messen unter Spannung. Schleifenimpedanz oder Kurzschlussstrom am entferntesten Punkt jedes Stromkreises ohne RCD; Netzinnenwiderstand für den Kurzschlussschutz; RCD-Auslösestrom (Rampe) und Auslösezeit bei 1 × und 5 × IΔn; Berührungsspannung; bei Typ B zusätzlich die DC-Rampe.
- Bewerten. Jede Einzelprüfung für sich: Besichtigung, Erprobung, Messwerte. Messwerte mit dem Vorprotokoll vergleichen; Verschlechterungen sind ein Hinweis, auch wenn der Grenzwert noch eingehalten ist. Mängel mit Schwere und Frist einstufen; bei Gefahr sofortige Maßnahmen mit dem Betreiber abstimmen.
- Dokumentieren. Protokoll vervollständigen, Kundeninformation mit Mängelliste übergeben, nächsten Prüftermin setzen, Prüfplakette nur bei bestandener Prüfung anbringen, Unterschriften einholen. Aufbewahrung mindestens bis zur nächsten Prüfung: Wie lange Prüfprotokolle aufbewahren?
Praxisfallen bei Bestandsanlagen
- Isolationswerte gegen 1 MΩ bewertet. Der Wert gilt für die Erstprüfung. Für den Bestand gelten die Ω/V-Werte der Tabelle 11; ohne Angabe von Verbraucher und Feuchte ist der Messwert nicht bewertbar.
- Zs in RCD-Stromkreisen. Dort ist die Schleifenimpedanz nicht gefordert; das Feld bleibt leer oder erhält „RCD“. Prüfgeräte zeigen oft Ik statt Zs: beides darf eingetragen werden; die 2/3-Grenze wird nicht zusätzlich um 30 % gekürzt.
- Selektiver RCD löst zu schnell aus. Ein Typ S unter 130 ms ist ein Befund, kein gutes Ergebnis. Ein Typ B braucht zusätzlich die DC-Rampe; eine Anzeige von 0 ms ist meist ein Messartefakt aus Prüfgerät und RCD.
- Verteiler- oder Endstromkreis. 5 s oder 0,4 s (TT: 1 s oder 0,2 s) entscheiden über den zulässigen Zs-Wert. Stromkreisart im Protokoll angeben.
- Diodeneffekt bei R_PE. In beiden Polaritäten messen und die Leitung dabei bewegen. Ein kurzzeitig hoher Wert ist ein Mangel, kein Wackelkontakt der Prüfspitze.
- Plakette ohne Protokoll. Die Plakette ersetzt nichts. Sie darf nur bei bestandener Prüfung angebracht werden und muss den nächsten Termin lesbar zeigen; die Protokollnummer stellt den Bezug her.
- Normbezug ohne Ausgabestand. DIN VDE 0105-100 wird auf Basis von DIN EN 50110-1:2024-11 überarbeitet; ein Entwurf ist für Herbst 2026 angekündigt. Deshalb steht auf jedem Protokoll die Ausgabe, mit der geprüft wurde.
Was „E-CHECK“ bedeutet
E-CHECK ist eine eingetragene Marke des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Der Begriff bezeichnet keine eigene Norm, sondern das Prüfangebot der Innungsfachbetriebe: eine Prüfung nach den anerkannten Regeln der Technik, also Besichtigen, Erproben und Messen nach DIN VDE 0105-100 für den Bestand, DIN VDE 0100-600 für neue Anlagenteile und DGUV Vorschrift 3 für die Fristen im Betrieb. Ablauf, Dokumentation und Kennzeichnung mit Siegel legt der Verband in seinen E-CHECK-Richtlinien fest.
Anbieten und bewerben darf den E-CHECK nur ein Innungsfachbetrieb, der mit seiner Organisation einen Markenvertrag geschlossen hat. Die offiziellen E-CHECK-Protokolle mit Siegel gibt es über die Fachverbände beziehungsweise den WFE-Shop für E-Marken-Partner; sie sind nicht frei erhältlich. Neben dem E-CHECK für Anlagen führt der ZVEH weitere Varianten, etwa für Photovoltaik und E-Mobilität.
Was das für diese Vorlage bedeutet: Sie ist ein allgemeines Protokoll für die Wiederholungsprüfung ortsfester Anlagen nach DIN VDE 0105-100 und DGUV Vorschrift 3. Sie ist kein E-CHECK-Protokoll, trägt kein Siegel und berechtigt nicht dazu, die Prüfung gegenüber Kunden als E-CHECK zu bezeichnen. Wer den E-CHECK anbieten möchte, wendet sich an seine Innung.
Für Betreiber und private Auftraggeber: Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt kein Siegel. Ein Prüfprotokoll erfüllt seine Nachweisfunktion, wenn es Art und Umfang der Prüfung, das Ergebnis sowie Name und Unterschrift der prüfenden Person enthält (§ 14 Abs. 7 BetrSichV) und das Prüfdatum nennt. Das E-CHECK-Siegel steht zusätzlich für die Innungsmitgliedschaft des Betriebs und die Richtlinien des Verbands; wer darauf Wert legt, fragt den Betrieb danach.
Markenhinweis: E-CHECK ist eine Marke des ZVEH. Die Nennung dient allein der Beschreibung des Anwendungsbereichs. Elektroprotokoll steht in keiner Verbindung zum ZVEH; die Vorlage ist von ihm weder geprüft noch empfohlen.
Prüffristen ortsfester Anlagen
DIN VDE 0105-100 nennt keine Prüffristen. Die Richtwerte stehen in der Durchführungsanweisung zu § 5 DGUV Vorschrift 3, Tabelle 1A: vier Jahre für elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel, ein Jahr in Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art nach DIN VDE 0100 Gruppe 700, also etwa in Feuchträumen, auf Baustellen, in medizinisch genutzten Bereichen und bei Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge. Für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen kommen kürzere Intervalle hinzu: in stationären Anlagen alle sechs Monate die Prüftaste durch den Benutzer, in nichtstationären Anlagen arbeitstäglich die Prüftaste und monatlich eine Wirksamkeitsmessung.
Verbindlich ist die Frist, die der Unternehmer in seiner Gefährdungsbeurteilung festlegt. Die Tabellenwerte gelten für normale Betriebsbedingungen; Alter der Anlage, Umgebung, Mängelhistorie und Nutzung können eine kürzere Frist erfordern. Nach jeder Prüfung wird der nächste Termin so gesetzt, dass die Anlage bis dahin sicher betrieben werden kann. Für Privathaushalte gilt die DGUV Vorschrift 3 nicht; dort ist der Vierjahresrhythmus eine verbreitete Empfehlung, keine Pflicht.
Tabelle und Rechner: DGUV V3 Prüffristen. Was ins Protokoll gehört: Pflichtangaben. Vor der ersten Inbetriebnahme: Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600.
Häufige Fragen
Was kostet eine Wiederholungsprüfung der Elektroanlage?
Der Preis hängt vom Umfang ab: Zahl der Verteiler und Stromkreise, Zugänglichkeit, Zustand der Unterlagen und Zahl der Mängel, die dokumentiert werden müssen. Betriebe rechnen nach Aufwand oder je Stromkreis ab; Pauschalen für ein Einfamilienhaus sind üblich, aber von Betrieb zu Betrieb verschieden. Eine belastbare Zahl liefert nur ein Angebot nach Besichtigung oder nach Angabe von Stromkreiszahl und Baujahr. Fragen Sie, ob Protokoll, Mängelliste und Plakette im Preis enthalten sind.
Wie oft muss eine ortsfeste Anlage geprüft werden?
Richtwert nach DGUV Vorschrift 3, Tabelle 1A: alle vier Jahre. In Betriebsstätten besonderer Art, etwa Feuchträumen, Baustellen, medizinisch genutzten Bereichen oder bei Ladeeinrichtungen, jährlich. RCD-Prüftasten sind in stationären Anlagen alle sechs Monate zu betätigen. Verbindlich ist die Frist, die der Unternehmer in der Gefährdungsbeurteilung festlegt; Alter, Umgebung und Mängelhistorie können sie verkürzen. Für Privathaushalte gilt die Vorschrift nicht; der Vierjahresrhythmus ist dort eine Empfehlung. Tabelle und Rechner stehen im Ratgeber zu den Prüffristen nach DGUV Vorschrift 3.
Wer darf die Prüfung durchführen?
Eine Elektrofachkraft, im Betrieb als zur Prüfung befähigte Person nach TRBS 1203: elektrotechnische Ausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe Prüftätigkeit. Elektrotechnisch unterwiesene Personen dürfen unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft mitwirken. Den E-CHECK, eine Marke des ZVEH, dürfen nur Innungsfachbetriebe mit Markenvertrag anbieten. Diese Vorlage ist ein allgemeines Protokoll für die Wiederholungsprüfung nach DIN VDE 0105-100 und kein E-CHECK-Protokoll; jede Elektrofachkraft kann sie verwenden.
Ist ein Prüfprotokoll bei Mieterwechsel Pflicht?
Eine allgemeine gesetzliche Vorschrift, die bei jedem Mieterwechsel eine Prüfung der Elektroanlage verlangt, gibt es für Wohnungen in Deutschland nicht. DGUV Vorschrift 3 gilt für Betriebe und ihre Versicherten, nicht für privaten Wohnraum. Vermieter müssen die Anlage aber in einem sicheren Zustand halten und haften bei erkennbaren Gefahren. Eine dokumentierte Prüfung beim Wechsel ist ein üblicher Weg, diesen Zustand nachzuweisen. Ob im Einzelfall eine Pflicht besteht, etwa aus Mietvertrag oder Versicherungsbedingungen, klärt eine Rechtsberatung.
Was bedeutet der Prüfaufkleber?
Die Prüfplakette am Verteiler zeigt, dass die Anlage geprüft wurde und wann die nächste Prüfung fällig ist. Sie darf nur nach bestandener Prüfung angebracht werden; der nächste Termin muss lesbar sein. Pflicht ist die Aufzeichnung der Prüfung, nicht die Plakette selbst. Die Plakette ersetzt das Protokoll nicht: Erst das Protokoll belegt Umfang, Messwerte, Bewertung und Prüfperson. Deshalb steht auf vielen Plaketten die Protokollnummer oder der Prüfbetrieb, damit sich beides zuordnen lässt.
Was ist der Unterschied zur Erstprüfung?
Die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 findet vor der ersten Inbetriebnahme einer neuen, erweiterten oder geänderten Anlage statt und belegt, dass die Errichtung den Normen entspricht; dort gelten die strengeren Isolationswerte, etwa 1 MΩ. Die Wiederholungsprüfung nach DIN VDE 0105-100 prüft im Turnus, ob eine bestehende Anlage noch in ordnungsgemäßem Zustand ist, mit den Ω/V-Werten für den Bestand und dem Vergleich zum Vorprotokoll. Für die Erstprüfung gibt es auf dieser Website eine eigene Vorlage.
Quellen
- DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ mit Durchführungsanweisungen, § 5 und Tabelle 1A: Regelwerk der BG BAU, § 5 mit Durchführungsanweisung
- DGUV Information 203-072 „Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und ortsfester Betriebsmittel – Fachwissen für Prüfpersonen“, April 2021, Tabellen 5, 6, 7, 8 und 11, Anhang A: PDF bei der BG BAU
- DGUV Information 203-071 „Organisation durch den Unternehmer“, Januar 2020: publikationen.dguv.de
- § 14 Betriebssicherheitsverordnung, Prüfung von Arbeitsmitteln: gesetze-im-internet.de; TRBS 1201: baua.de
- Elektropraktiker, „Auslösezeiten von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs)“: elektropraktiker.de
- FBZ-E, „RCD-Typen und deren Prüfungen“ (2019): fbz-e.de, PDF
- Electra.ch, „Normgerechte RCD-Prüfung in der Praxis“: electra.ch
- Sonepar, Checkliste Ladepunkte E-Mobilität, März 2022 (RCD-Werte): sonepar.de, PDF
- elektrofachkraft.de, Abschaltbedingungen TN/TT, Auszug Tabellen NB.1 und NB.2: elektrofachkraft.de, PDF
- DKE, Erläuterungen zu DIN VDE 0100-410:2018-10 (Abschaltzeiten): dke.de, PDF
- DKE, Normauslegung zu DIN EN 50110-1:2024-11 und Zeitplan DIN VDE 0105-100: dke.de; VDE Verlag, DIN VDE 0105-100/A1 Berichtigung 1:2020-10: vde-verlag.de
- ZVEH, E-CHECK Sicherheitssiegel: zveh.de; WFE-Shop, Prüfprotokolle mit E-Marke: wfe-shop.de; elektro.net, E-CHECK-Richtlinien überarbeitet: elektro.net
Alle Quellen abgerufen am 22.09.2026. Normbezeichnungen dienen der Beschreibung; Normtexte werden nicht wiedergegeben.
Änderungsprotokoll der Vorlage
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.0 | 24.09.2026 | Freigegebene Fassung: Rechtstexte 1.0, Kontaktadresse und Kennzeichnung final (zuvor 0.1) |
| 0.1 | 22.09.2026 | Erste Fassung: PDF, Excel-Stromkreisliste und Musterprotokoll |