Prüfprotokoll elektrische Anlagen: Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600

Vorlage Aktualisiert am Vorlagen-Version 1.0

Jede neue, erweiterte oder geänderte elektrische Anlage wird vor der Inbetriebnahme geprüft. Diese Vorlage dokumentiert die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600:2017-06 in den drei Schritten Besichtigen, Erproben und Messen und hält die Ergebnisse je Stromkreis fest. Es gibt drei Dateien: das Prüfprotokoll als ausfüllbares PDF, die Stromkreisliste als Excel mit Grenzwertprüfung je Zeile und ein ausgefülltes Musterprotokoll einer kleinen Anlage. Der Download startet direkt, ohne Formular und ohne Konto.

Die Vorlage richtet sich an Elektrofachkräfte, die Anlagen errichten oder abnehmen. Sie ordnet die Felder in der Reihenfolge, in der vor Ort gearbeitet wird: Anlagendaten und Netzform, Besichtigung, Messungen an der Gesamtanlage, Stromkreisliste mit Messwerten, Tabelle der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, Bewertung und Übergabe. Grenzwerte stehen als Zahlen mit Fundstelle neben den Feldern. Der Entwurf E DIN VDE 0100-600:2025-12 liegt vor; die Vorlage berücksichtigt seine Anforderungen an die Dokumentation bereits, gültig bleibt bis zum Weißdruck die Ausgabe 2017-06.

Download, ohne Anmeldung

Version 1.0, Stand 22.09.2026. Nutzung im eigenen Betrieb frei; Weiterverkauf und Bearbeitung zur Weitergabe nicht (Nutzungsbedingungen).

Aufbau des Protokolls

Das Protokoll besteht aus sechs Blöcken. Kopf und Schluss enthalten die Angaben, die § 14 Abs. 7 BetrSichV für jede Prüfaufzeichnung verlangt: Art und Umfang der Prüfung, Ergebnis, Name und Unterschrift der prüfenden Person. Dazwischen liegen die fachlichen Teile.

1. Anlagendaten. Protokollnummer und Seitenzahl, Prüfbetrieb, Auftraggeber und Betreiber, Objekt mit Anschrift, Anlass (Neuanlage, Erweiterung, Änderung), Prüfgrundlage mit Normausgabe, Errichtungsnormen, Netzbetreiber, Netzform (TN-C, TN-S, TN-C-S, TT, IT), Nennspannung U0 und Un, Zählernummer, Vorsicherung, geprüfte Verteiler mit Bezeichnung und Ort, Prüfumfang und Einschränkungen mit Begründung, Datum und Uhrzeit. Dazu das Prüfgerät mit Hersteller, Typ, Seriennummer, Gerätenorm DIN EN 61557 (VDE 0413) und Kalibrierung gültig bis.

2. Besichtigung. Die Vorlage führt 16 Punkte, jeweils mit in Ordnung, Mangel oder entfällt: Schutz gegen elektrischen Schlag durch Basis- und Fehlerschutz; Brandschutz und Brandabschottungen; Leiterquerschnitte passend zu Schutzorganen und Belastung; Auswahl und Einstellung der Schutz- und Überwachungseinrichtungen; Überspannungsschutz vorhanden und angeschlossen; Trenn- und Schalteinrichtungen richtig angeordnet; Betriebsmittel für Umgebung und Schutzart geeignet; Kennzeichnung von Neutral- und Schutzleiter; Kennzeichnung der Stromkreise, Sicherungen und Klemmen; Schaltpläne, Warnhinweise und Anleitungen vorhanden; Erdungsanlage, Haupterdungsschiene und Potentialausgleich angeschlossen; leitfähige Rohrsysteme einbezogen; Zugänglichkeit für Bedienung und Wartung; Maßnahmen gegen elektromagnetische Störungen; Kabel- und Leitungsanlagen fachgerecht verlegt und befestigt; keine sichtbaren Schäden. Die Besichtigung erfolgt im spannungsfreien Zustand, bevor gemessen wird.

3. Messungen an der Gesamtanlage. Durchgängigkeit der Schutzleiter R_PE und des Potentialausgleichs R_PA in Ω, Erdungswiderstand R_A in Ω bei TT- und IT-Systemen, Drehfeld an der Übergabestelle, Spannungsfall ΔU in Prozent, Überspannungsschutz vorhanden und angeschlossen. Diese Werte gelten für die Anlage insgesamt und stehen deshalb vor der Stromkreisliste.

4. Stromkreisliste. Eine Zeile je Stromkreis, gemessen am entferntesten Punkt: Stromkreisnummer, Verteiler, Bezeichnung und Ort, Leitungstyp, Aderzahl, Querschnitt in mm², Überstromschutz mit Art, Charakteristik und Nennstrom In, zugeordnete Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, R_PE in Ω, R_ISO in MΩ für L–PE und N–PE, Zs in Ω oder Ik in A, Netzinnenwiderstand Zi in Ω für die Brandschutzbewertung, Drehfeld, Ergebnis, Bemerkung. Die Excel-Datei vergleicht Zs mit dem Tabellenwert für Charakteristik und Nennstrom und färbt die Zelle.

5. Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Eine Zeile je RCD: Einbauort, Typ (AC, A, F, B, B+, A-EV), Charakteristik (allgemein, S, KV), Bemessungsdifferenzstrom IΔn in mA, gemessener Auslösestrom IΔ in mA, Auslösezeit tA bei 1× IΔn und bei 5× IΔn in ms, Berührungsspannung U_B in V, Prüftaste betätigt ja/nein.

6. Bewertung und Übergabe. Ergebnis für die Anlage (bestanden, bestanden mit Hinweis, nicht bestanden), Mängel mit Beschreibung, Schwere und Frist, Empfehlungen an den Betreiber, Schaltungsunterlagen übergeben ja/nein, Prüfplakette angebracht ja/nein, nächster Prüftermin als Vorschlag für die wiederkehrende Prüfung, Unterschrift der prüfenden Elektrofachkraft, Unterschrift des Betreibers als Bestätigung des Erhalts. Was in jedes Protokoll gehört, unabhängig vom Prüfgegenstand: Pflichtangaben nach DGUV V3.

Reihenfolge der Messungen

Die Reihenfolge schützt zuerst die prüfende Person und sichert dann die Aussagekraft der Werte. Alles, was spannungsfrei gemessen werden kann, kommt vor dem Zuschalten. Der Schutzleiter wird vor der Isolationsmessung geprüft, weil ein unterbrochener Schutzleiter jede spätere Messung gegen PE wertlos macht. Die Isolation wird geprüft, bevor Spannung anliegt, damit ein Fehler nicht als Kurzschluss beim Einschalten sichtbar wird.

  1. Besichtigen im spannungsfreien Zustand nach der Checkliste oben. Mängel, die eine Gefahr beim Zuschalten bedeuten, werden zuerst behoben.
  2. Durchgängigkeit der Schutzleiter und des Potentialausgleichs (R_PE, R_PA). Prüfstrom mindestens 200 mA, beide Polaritäten, an jeder zugänglichen Verbindung bis zur Haupterdungsschiene. Es gibt keinen Normgrenzwert; die Werte müssen zu Länge und Querschnitt passen und untereinander plausibel sein, in der Praxis unter 1 Ω.
  3. Isolationswiderstand R_ISO zwischen den aktiven Leitern und gegen PE, ohne angeschlossene Verbraucher, mit 500 V DC bei Stromkreisen bis 500 V. Überspannungsableiter abklemmen oder mit 250 V DC messen und die abweichende Prüfspannung eintragen. Bei SELV, PELV und Schutztrennung zusätzlich die Trennung der Stromkreise mit 250 V DC nachweisen.
  4. Erdungswiderstand R_A im TT- und IT-System, mit Erdungsmessgerät oder Schleifenverfahren.
  5. Spannung zuschalten, Spannung je Außenleiter und Drehfeld an Drehstrom-Steckvorrichtungen prüfen; Rechtsdrehfeld ist Pflicht.
  6. Schutz durch automatische Abschaltung. Schleifenimpedanz Zs oder Kurzschlussstrom Ik am entferntesten Punkt jedes Stromkreises, der über Überstromschutz abschaltet, bewertet nach der 2/3-Methode. In Stromkreisen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung: Auslösung bei Bemessungsdifferenzstrom, Auslösezeit bei 1× und bevorzugt 5× IΔn, Auslösestrom über Rampe, Berührungsspannung U_B.
  7. Spannungsfall ΔU zwischen Übergabestelle und Verbrauchsmittel, in der Vorlage als Hinweisfeld.
  8. Erproben. Prüftaste jeder Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, Isolationsüberwachung im IT-System, Not-Aus, Verriegelungen, Schutzrelais, Melde- und Anzeigeeinrichtungen, Funktion der Anlage.
  9. Bewerten, dokumentieren, übergeben. Ergebnis je Stromkreis und für die Anlage, Mängel mit Frist, Schaltungsunterlagen an den Betreiber, Unterschriften.

Messgerät. Für Anlagenprüfungen ist ein Prüfgerät nach DIN EN 61557 (VDE 0413) vorgesehen, das Niederohmmessung mit 200 mA, Isolationsmessung mit 250, 500 und 1000 V DC, Schleifenimpedanz mit und ohne RCD-Auslösung sowie RCD-Prüfung mit Rampe beherrscht. Seine Messunsicherheit ist der Grund für die 2/3-Methode. Prüfgerät, Seriennummer und Kalibrierstatus stehen im Protokoll; der Entwurf 2025-12 fordert diese Angabe ausdrücklich.

Grenzwerte und Richtwerte

Die Tabelle nennt die Werte, mit denen die Vorlage und die Excel-Stromkreisliste arbeiten. Sie gelten für die Erstprüfung; für Bestandsanlagen in der Wiederholungsprüfung sind die Isolationsgrenzwerte niedriger (siehe Abgrenzung unten). Vergleichsrichtung: Isolationswiderstände mindestens, Impedanzen, Zeiten und Spannungen höchstens.

MessungGrenzwertBedingungQuelle
R_ISO≥ 0,5 MΩ bei 250 V DCSELV, PELVDGUV Information 203-072, Tab. 11; fachwerte.de
R_ISO≥ 1,0 MΩ bei 500 V DCStromkreise bis 500 V, FELV; ohne Verbraucher; Überspannungsableiter abklemmen oder 250 V DCDGUV Information 203-072, Tab. 11; fachwerte.de
R_ISO≥ 1,0 MΩ bei 1000 V DCStromkreise über 500 VFachquellen
R_PE, R_PA (Durchgängigkeit)kein Normgrenzwert; niederohmig, Praxis unter 1 ΩPrüfstrom mindestens 200 mA, beide Polaritäten, plausibel zu Länge und QuerschnittDGUV Information 203-072, Abschnitt 3.4.2
Zs (TN)Tabellen unten; Bewertung mit 2/3Abschaltzeit 0,4 s für Endstromkreise (Steckdosen bis 63 A, fest angeschlossen bis 32 A), 5 s für VerteilerstromkreiseDIN VDE 0100-410:2018-10 (Werte); DKE-Erläuterung; DGUV Information 203-072, Tab. 5
Zs (TT)Zs · Ia ≤ U0; Beispiel gG 16 A: 1,77 Ω bei 0,2 s, 2,56 Ω bei 1 sAbschaltzeit 0,2 s Endstromkreise, 1 s Verteilerstromkreise; bei RCD als Fehlerschutz gilt Ia = IΔnelektrofachkraft.de, Tabelle NB.2
R_A (TT)R_A · IΔn ≤ 50 V; bei 30 mA rechnerisch 1666 ΩPraxis deutlich niedrigerDGUV Information 203-072, Tab. 6
RCD AuslösungAuslösung bei 1× IΔn Pflicht; bei 5× IΔn ≤ 40 msTyp AC, A, F, B; Zeit bei 1× IΔn ≤ 300 ms, bei 2× IΔn ≤ 150 msElektropraktiker; DGUV Information 203-072, Abschnitt 3.4.3.3
RCD Typ S (selektiv)130–500 ms bei 1× IΔn, 50–150 ms bei 5× IΔnMindestzeit beachten: zu schnelle Auslösung ist ein BefundElektropraktiker
RCD Auslösestrom IΔ (Rampe AC)0,5–1,0 × IΔn; keine Auslösung bei 0,5 × IΔnalle Typen, WechselfehlerstromElektropraktiker; FBZ-E
RCD Auslösestrom IΔ (glatter DC)0,5–2,0 × IΔnnur Typ B und B+FBZ-E
U_B (Berührungsspannung)≤ 50 V ACim TN-System üblich unter 1 VDGUV Information 203-072, Tab. 6
ΔU (Spannungsfall)3 % Beleuchtung, 5 % übrige StromkreiseHinweiswert nach DIN VDE 0100-520 Beiblatt und TAB; kein Ausschlusskriterium in der Vorlagefachwerte.de
DrehfeldRechtsdrehfeldalle Drehstrom-SteckvorrichtungenDGUV Information 203-072, Abschnitt 3.4.5.1

Richtwerte nach DGUV Information 203-072 (04/2021), Tabellen 5, 6, 7, 8 und 11, ergänzt um die Erläuterungen der DKE zur DIN VDE 0100-410:2018-10 und Fachbeiträge von Elektropraktiker, FBZ-E, elektrofachkraft.de und fachwerte.de; Normen nur mit Bezeichnung, Normtexte werden nicht wiedergegeben. Abruf aller Quellen 22.09.2026.

Schleifenimpedanz im TN-System und die 2/3-Methode

Im TN-System muss im Fehlerfall der Strom so groß werden, dass das Schutzorgan rechtzeitig abschaltet. Der höchstzulässige Wert der Schleifenimpedanz ergibt sich aus Zs = U0 / Ia, mit U0 = 230 V und dem Strom Ia, der das Schutzorgan innerhalb der geforderten Zeit auslöst. Bei Leitungsschutzschaltern ist Ia der Strom des magnetischen Auslösers: 5 × In bei Charakteristik B, 10 × In bei Charakteristik C; die Werte gelten für 0,4 s und 5 s gleich. Bei gG-Schmelzsicherungen hängt Ia von der Abschaltzeit ab; die Tabelle unten nennt die Werte für 0,4 s (Endstromkreise). Für Verteilerstromkreise mit 5 s gelten höhere Zs-Werte, die die Excel-Datei ebenfalls hinterlegt hat.

Die 2/3-Methode: Das Prüfgerät misst Zs mit einer Unsicherheit von bis zu 30 %, und die Leiter erwärmen sich im Betrieb. Deshalb wird der gemessene Wert nicht mit Zs max verglichen, sondern mit zwei Dritteln davon. Ein zusätzlicher Abzug für die Messunsicherheit ist nicht nötig; die 2/3 decken beides ab. Liegt der Messwert zwischen 2/3 und 100 %, ist das kein Bestehen; die Ursache wird gesucht, etwa lange Zuleitungen, dünne Querschnitte oder Übergangswiderstände.

Leitungsschutzschalter B und C, TN, U0 = 230 V, 0,4 s und 5 s

InB: Ia (A)B: Zs max (Ω)B: Zs 2/3 (Ω)C: Ia (A)C: Zs max (Ω)C: Zs 2/3 (Ω)
6 A307,675,11603,832,56
10 A504,603,071002,301,53
13 A653,542,361301,771,18
16 A802,881,921601,440,96
20 A1002,301,532001,150,77
25 A1251,841,232500,920,61
32 A1601,440,963200,720,48
40 A2001,150,774000,580,38
50 A2500,920,615000,460,31
63 A3150,730,496300,360,24

gG-Schmelzsicherungen, TN, U0 = 230 V, 0,4 s (Endstromkreise)

InIa (A)Zs max (Ω)Zs 2/3 (Ω)
6 A474,893,26
10 A822,801,87
16 A1072,151,43
20 A1451,591,06
25 A1801,280,85
32 A2650,870,58
35 A2950,780,52
40 A3100,740,49
50 A4600,500,33
63 A5500,420,28

Werte berechnet aus U0 = 230 V und den Auslöseströmen nach elektrofachkraft.de (Tabellen zu TN- und TT-Systemen) sowie DGUV Information 203-072, Tabelle 5 (2/3-Werte); gerundet auf zwei Nachkommastellen. Für das TT-System gilt dieselbe Regel Zs · Ia ≤ U0 mit den Abschaltzeiten 0,2 s und 1 s; dort übernimmt fast immer die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung den Fehlerschutz, und Ia ist dann IΔn. In Stromkreisen, deren Fehlerschutz eine RCD übernimmt, ist die Zs-Messung kein Pflichtfeld; die Vorlage nimmt sie trotzdem auf, weil sie für die Brandschutzbewertung nützlich ist.

Praxisfallen

  • Bestand mit Erstprüfungswerten bewertet. 1 MΩ gilt für die neue Anlage ohne Verbraucher. Wer bei Erweiterung oder Änderung auch den Altbestand misst, bewertet ihn nach den spannungsbezogenen Werten der DGUV Information 203-072, sonst entstehen Mängel, die keine sind.
  • Zs oder Ik. Viele Prüfgeräte zeigen den Kurzschlussstrom Ik statt der Impedanz. Beides ist zulässig; die Vorlage hat für jeden Stromkreis beide Felder. U0 ergibt sich aus der Netzform, nicht aus der gemessenen Spannung im Moment der Prüfung.
  • 2/3 doppelt abgezogen. Die 2/3 decken die Messunsicherheit des Prüfgeräts bereits ab. Wer zusätzlich 30 % abzieht, verwirft einwandfreie Stromkreise.
  • Endstromkreis oder Verteilerstromkreis. 0,4 s gilt für Steckdosenstromkreise bis 63 A und fest angeschlossene Verbraucher bis 32 A, 5 s für Verteilerstromkreise. Die Stromkreisart steht deshalb als Feld in der Liste; ohne sie ist der Tabellenwert nicht eindeutig.
  • Selektive RCD zu schnell. Ein Typ S, der bei 1× IΔn unter 130 ms auslöst, verfehlt seine Aufgabe und ist ein Befund, kein besonders gutes Ergebnis. Typ B braucht zusätzlich die Rampe mit glattem Gleichfehlerstrom. Zeigt das Prüfgerät 0 ms, ist das ein Messartefakt der Gerätekombination und wird wiederholt.
  • Verlängerungsleitung am Ende des Stromkreises. 25 m Leitung mit 1,5 mm² erhöhen Zs um rund 0,62 Ω plus etwa 0,1 Ω je Steckverbindung. Ein B16-Stromkreis mit 1,35 Ω am Steckdosenauslass liegt damit über der 2/3-Grenze von 1,92 Ω. Gemessen wird deshalb am festen Auslass, und die Bemerkung nennt, was dort angeschlossen sein darf.
  • Spannungsfall als Ausschlusskriterium. 3 % und 5 % sind Planungswerte aus DIN VDE 0100-520 und den Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers. Die Vorlage führt ΔU als Hinweis; eine Überschreitung wird begründet bewertet, nicht automatisch als Mangel.

Normstand und Neuausgabe 2026

Gültig ist die DIN VDE 0100-600:2017-06. Im Dezember 2025 erschien der Entwurf E DIN VDE 0100-600:2025-12; die Einspruchsfrist endete am 14.01.2026, der Weißdruck wird für 2026 erwartet. Bis dahin bleibt die Ausgabe 2017-06 die Prüfgrundlage, und so steht es auch im Feld „Prüfgrundlage“ der Vorlage.

Nach den öffentlich zugänglichen Erläuterungen zum Entwurf verschärft die Neuausgabe vor allem die Dokumentation: Messwerte werden je Stromkreis einzeln festgehalten, ein pauschales „bestanden“ für die Anlage reicht nicht; für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen werden Auslösezeit und Auslösestrom dokumentiert; das Prüfgerät wird mit Kalibrierstatus genannt. Die Vorlage enthält diese drei Punkte bereits, weil sie in der Praxis ohnehin zum Stand der Technik gehören. Ändern sich mit dem Weißdruck Grenzwerte oder Feldnamen, wird die Vorlage angepasst und im Änderungsprotokoll vermerkt; der Newsletter meldet die neue Version.

Ausführlich: VDE 0100-600 (2026): Was sich beim Prüfprotokoll ändert.

Abgrenzung zur Wiederholungsprüfung

Die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 findet einmal statt: bei der Neuanlage, bei einer Erweiterung und bei einer Änderung. Bei Erweiterung und Änderung wird der neue Teil vollständig geprüft und zusätzlich festgehalten, dass der Bestand durch den Eingriff nicht beeinträchtigt wurde. Danach folgt die wiederkehrende Prüfung nach DIN VDE 0105-100:2015-10 + A1:2017-06. Die DGUV Vorschrift 3 nennt dafür in Tabelle 1A einen Richtwert von vier Jahren, für Betriebsstätten besonderer Art nach Gruppe 700 der DIN VDE 0100, etwa Baustellen, Feuchträume oder Ladeeinrichtungen, ein Jahr. Details und Rechner: DGUV V3 Prüffristen.

Der wichtigste fachliche Unterschied liegt beim Isolationswiderstand. Der Erstprüfungswert von 1 MΩ gilt für die neue, verbraucherfreie Anlage. Im Bestand rechnet die DGUV Information 203-072 mit spannungsbezogenen Mindestwerten von 1000 Ω je Volt ohne Verbraucher bis 150 Ω je Volt mit Verbrauchern in feuchter Umgebung. Wer eine Bestandsanlage mit dem Erstprüfungsprotokoll und 1 MΩ bewertet, erzeugt falsche Mängel. Für die wiederkehrende Prüfung gibt es deshalb eine eigene Vorlage mit eigener Grenzwerttabelle.

Für die wiederkehrende Prüfung: Prüfprotokoll Wiederholungsprüfung elektrische Anlagen. Hintergrund: Erstprüfung vs. Wiederholungsprüfung, Pflichtangaben im Prüfprotokoll, Prüffristen.

Häufige Fragen

Wann ist eine Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 nötig?

Bei jeder neuen Anlage vor der ersten Inbetriebnahme, außerdem nach jeder Erweiterung und jeder Änderung einer bestehenden Anlage, etwa einem zusätzlichen Stromkreis, einem neuen Verteiler oder einer Wallbox-Zuleitung. Geprüft wird der neue oder geänderte Teil vollständig; zusätzlich wird festgehalten, dass der Bestand nicht beeinträchtigt wurde. Die spätere Prüfung im Turnus ist keine Erstprüfung mehr, sondern eine wiederkehrende Prüfung nach DIN VDE 0105-100 mit eigenen Grenzwerten für Bestandsanlagen.

In welcher Reihenfolge werden die Messungen durchgeführt?

Zuerst alles, was spannungsfrei geht: Besichtigung, Durchgängigkeit der Schutzleiter und des Potentialausgleichs mit mindestens 200 mA, Isolationswiderstand mit 500 V DC ohne Verbraucher, Nachweis der Trennung bei SELV und PELV, Erdungswiderstand im TT-System. Dann wird zugeschaltet: Spannung und Drehfeld, Schleifenimpedanz oder Kurzschlussstrom am entferntesten Punkt, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen mit Auslösezeit und Auslösestrom, Spannungsfall. Zum Schluss die Erprobung von Prüftasten, Not-Aus, Verriegelungen und Anzeigen. Der Schutzleiter kommt vor der Isolation, weil ohne ihn jede Messung gegen PE ins Leere geht.

Was ändert sich mit der Neuausgabe 2026?

Der Entwurf E DIN VDE 0100-600:2025-12 liegt seit Dezember 2025 vor, die Einspruchsfrist endete am 14.01.2026, der Weißdruck wird für 2026 erwartet. Bis dahin gilt die Ausgabe 2017-06. Nach den veröffentlichten Erläuterungen betrifft die Änderung vor allem die Dokumentation: Einzelmesswerte je Stromkreis statt einer pauschalen Gesamtbewertung, Auslösezeit und Auslösestrom der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, Prüfgerät mit Kalibrierstatus. Die Vorlage enthält diese Felder bereits. Sobald der Weißdruck erscheint, wird die Vorlage abgeglichen und die neue Version im Änderungsprotokoll vermerkt.

Reicht das Herstellerprotokoll des Verteilers?

Nein. Das Herstellerprotokoll belegt die Stückprüfung des Verteilers als Betriebsmittel im Werk oder in der Werkstatt: Verdrahtung, Isolation, Schutzleiterverbindung innerhalb des Gehäuses. Die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 betrifft die Anlage, in die der Verteiler eingebaut ist: Zuleitung, abgehende Stromkreise, Schleifenimpedanz am entferntesten Punkt, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen unter realen Netzbedingungen, Potentialausgleich, Erdung. Beide Nachweise gehören in die Anlagendokumentation; das Herstellerprotokoll wird im Feld Errichtungsunterlagen genannt, ersetzt aber keine Zeile der Stromkreisliste.

Wer unterschreibt das Protokoll?

Die Elektrofachkraft, die die Prüfung durchgeführt hat, mit Namen in Druckschrift und Unterschrift; § 14 Abs. 7 BetrSichV lässt eine elektronische Signatur zu. Bei mehreren Prüfenden unterschreibt die verantwortliche Elektrofachkraft, die weiteren werden namentlich genannt. Die Vorlage sieht zusätzlich eine Unterschrift des Betreibers oder Auftraggebers vor, mit der er den Erhalt des Protokolls und der Schaltungsunterlagen bestätigt. Diese zweite Unterschrift ist keine Pflicht, erspart aber später die Frage, ob die Unterlagen übergeben wurden.

Änderungsprotokoll der Vorlage

VersionDatumÄnderung
1.024.09.2026Freigegebene Fassung: Rechtstexte 1.0, Kontaktadresse und Kennzeichnung final (zuvor 0.1)
0.122.09.2026Erste Fassung

Quellen

  • DGUV Information 203-072 „Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und ortsfester Betriebsmittel – Fachwissen für Prüfpersonen“, April 2021, Tabellen 5, 6, 7, 8 und 11: publikationen.dguv.de
  • DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“, Durchführungsanweisung zu § 5, Tabelle 1A: publikationen.dguv.de, DGUV Vorschriften
  • Betriebssicherheitsverordnung, § 14 Prüfung von Arbeitsmitteln, gesetze-im-internet.de
  • TRBS 1201 „Prüfungen und Kontrollen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“: baua.de, PDF
  • DKE, Erläuterungen zur DIN VDE 0100-410:2018-10 (Abschaltzeiten): dke.de, PDF
  • elektrofachkraft.de, Schutz durch automatische Abschaltung, Tabellen zu Zs in TN- und TT-Systemen: elektrofachkraft.de, PDF
  • elektrofachkraft.de, Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600, Entwurf 2025-12: elektrofachkraft.de
  • Elektropraktiker, Auslösezeiten von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen: elektropraktiker.de
  • FBZ-E, RCD-Typen und deren Prüfungen (2019): fbz-e.de, PDF
  • fachwerte.de, Prüfprotokoll VDE 0100-600 (Feldübersicht, Normstand): fachwerte.de
  • DIN VDE 0100-600:2017-06, Dokumentseite der DKE: dke.de; Entwurf E DIN VDE 0100-600:2025-12, Bezugsquelle: vde-verlag.de

Alle Quellen abgerufen am 22.09.2026. Normbezeichnungen dienen der Beschreibung des Anwendungsbereichs; Normtexte werden nicht wiedergegeben. Die Bewertung der Messwerte und das Prüfergebnis bleiben bei der prüfenden Elektrofachkraft.

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